Gewinnmaximierung

Konzerne oder Firmen haben das Ziel und die Pflicht, Gewinne zu erwirtschaften, sei  es nun, um die Aktionäre zu befriedigen oder um die Eigenkapitalquote zu senken. Es gibt aber auch die Verpflichtung, Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten. Beide Verpflichtungen gehen miteinander einher, denn in einem Land, in dem viele Bürger eine bezahlte Beschäftigung haben, steigt die Kaufkraft und damit die Konjunktur.

Nun gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für einen Konzern oder eine Firma, den Gewinn zu steigern. Im herstellenden Gewerbe kann ich über die Qualität des Produktes oder innovative Veränderungen etwas erreichen, im Dienstleistungsbereich durch Verbesserung des Services. In beiden Bereichen kann ich auch durch Optimierung der Ausgaben dazu kommen, meinen Gewinn zu steigern. Das ist aber schwierig, aufwendig und bedingt gute, motivierte Mitarbeiter, die im Falle der Ausgabenoptimierung meist entlassen oder, wenn nicht, völlig überlastet sind. Daher müssen Firmen sich immer neue Dinge einfallen lassen, um mehr Gewinn zu erwirtschaften.

Ich möchte hier einmal  zwei  wunderbar einfache Möglichkeiten der Gewinnmaximierung aufzeigen, die ich selber erlebt habe und daher nicht aus den Fingern gesogen sind.

In Niedersachsen hat die Fa. Metronom den Zuschlag erhalten, uns Bürger auf der Schiene von A nach B zu transportieren. Das ist erst einmal gar nicht schlecht, denn das Monopol der Deutschen Bahn ist damit ein wenig aufgeweicht.

Hier nun der nachweisbar stattgefundene Vorfall aus dem Jahre 2011. Meine zu dieser Zeit 17 Jahre alte Tochter hat über die Weihnachtstage ihre Mutter und deren neuen Lebensgefährten in Ebstorf (Lüneburger Heide, Niedersachsen) besucht und wollte am 2. Weihnachtstag von Uelzen mit der Bahn nach Hamburg zurückfahren, da sie diesen mit mir zusammen feiern wollte. Als Besitzerin einer Schülerfahrkarte, die für den Großbereich Hamburg gültig ist, musste sie aus Uelzen noch ein wenig nachbezahlen. Da sie nicht wusste, was dies kosten würde, fragte sie unter Vorlage ihrer Fahrkarte nach, wie hoch das wäre. Sie bekam die Auskunft, es handelt sich um 7,20 € und die ausgestellte Fahrkarte von Uelzen nach Lüneburg.  Sie stieg in den Metronom-Zug von Uelzen nach Hamburg und glaubte sich gut aufgehoben. Die Kontrolle der Fahrgastbetreuerin – so nennen sich die Zugbegleiter bei der Fa. Metronom, denn das Wort „Betreuerin“ klingt nach Service – kam „zufällig“ auf dem Weg zwischen Lüneburg und Harburg (3 Stationen) und ergab, dass genau für diese Strecke keine Fahrkarte vorlag und meine Tochter nun ein erhöhtes Beförderungsentgeld von 40,-- € zu zahlen habe. Unter massiver Panikmache der Fahrgastbetreuerin und aus Angst einer angekündigten Vorstrafe (Zum Januar 2012 hatte meine Tochter einen Praktikumsplatz für ein Jahr in einer Kita antreten wollen) hat sie die 40,- € bar bezahlt. Trotz mehrerer Schreiben an die Fa. Metronom habe ich das Geld natürlich nie zurück erhalten. Die Fahrkarte für eine Fahrt von Lüneburg nach Harburg hätte übrigens 1,80 € gekostet.  Der Sitz der Fa. Metronom ist übrigens in Uelzen !!

Ein Schelm, der Böses dabei denkt !

Merke: durch gute Zusammenarbeit von Verkehrsbetrieben kann Gewinn maximiert werden !

 

Eine weitere, sehr leichte und gute Möglichkeit der Optimierung ist, statt den Gewinn zu steigern, den Service zu minimieren, aber das sich doch bezahlen zu lassen.

Jetzt muss ich aber erst einmal allen Base Kunden mein Beileid aussprechen, habt ihr doch alle eigentlich vieles richtig machen wollen und nun doch „voll in die Sch…. gegriffen“.  Durch die Fusion O2 / Base seid ihr nun auch im Dienstleistungskeller angelangt. Ihr fragt euch, warum !?

Die Fa. O2 hat eine Marktlücke entdeckt, die total innovativ ist. Viel Geld für  - Nichts -. Wer O2 als Provider hat und umzieht, muss verdammt gute Nerven haben. Bei mir war es so, dass ich nach meinem Umzug der Fa. O2 meine neue Anschrift mitgeteilt habe und darum bat, meinen Anschluß in meiner neuen Wohnung freizuschalten. Ich habe ja schließlich einen Zeitvertrag mit der Fa. abgeschlossen. Zu dem vereinbarten Termin kam aber der angekündigte Techniker der Fa. O2 gar nicht, obwohl meine Frau sich extra den ganzen Tag frei nahm und in der Wohnung wartete. Da sich auch in den darauf folgenden Tagen nichts tat und wir keinen Internetzugang hatten, stellte meine Frau die monatlichen Zahlungen an O2 ein, was dazu führte, dass die Fa. O2 nunmehr uns Schadenersatzleistungen über mehr als 500,- € in Rechnung stellt. Wow, was habe ich der Fa. da für einen Schaden zugefügt !

Meine Tochter ist im Februar diesen Jahres von Hamburg nach Berlin umgezogen und wollte ihren Provider – dummerweise auch O2 – behalten, weil sie auch noch bis September 2014 vertraglich gebunden war. Klug, wie sie eigentlich ist, fragte sie einmal telefonisch bei der „Service Hotline“ von O2 und noch einmal persönlich in einem „Service Point“, also einem Geschäft in Hamburg nach, was zu tun sei. Von beiden Seiten erfuhr sie, dass unter der neuen Anschrift in Berlin kein Anschluß von O2 möglich sei, woraufhin sie sich einen anderen Anbieter gesucht hatte, weil sie auch beruflich einen Internet-Anschluß benötigte. Im Nachhinein teilte die Fa. O2 mit, dass auch unter der neuen Anschrift ein O2 Anschluß möglich sei und dass man nun die monatlichen Zahlungen – zumindest bis September - haben wolle. Schriftliche und telefonische Einsprüche meiner Tochter wurden nicht beachtet und ein Inkasso-Unternehmen mit dem Eintreiben der rückständigen Zahlungen eingeschaltet, die die Kosten natürlich noch einmal anhoben.

Zwei Möglichkeiten, um seine Erträge zu maximieren. Kompletteinstellung von Serviceleistungen, die man sich aber dennoch bezahlen lässt.

Merke: durch innovative Strategien lassen sich zwar nicht immer die Gewinne steigern, aber es geht auch anders herum: „Einstellung der Dienstleistung bei voller Bezahlung“, und damit kann man durch Optimierung der Ausgaben – in den zuvor genannten Fällen durch Einsparung von Personalkosten – seinen Gewinn maximieren.

Wir alle haben jedoch in vielen Fällen die Wahl, was wir tun, mit wem wir Verträge eingehen, was wir nutzen. Und wir alle sollten wissen:

„Wer sich einen Hund zulegt, sollte sich bewusst sein, dass er auch die Scheiße wegmachen muss“

In diesem Sinne

16.7.14 14:09

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